Infrastruktur in Bangladesch
Infrastruktur Verkehr
Die Infrastruktur im Verkehrsbereich wird vom deutschen Auswärtigen Amt als Hindernis genannt, das lukrative Auslandsinvestitionen in Bangladesch erschwert. Ein Problem sind die stetig wiederkehrenden Überschwemmungen, die große Teile des Landes betreffen und unter denen auch das Straßen- und Schienennetz leidet. Das Straßennetz gilt als relativ dicht, allerdings machen so genannte „Feeder Roads“, unbefestigte Landstraßen, einen großen Teil dieses Netzes aus. Auf den für die Bevölkerung wichtigen Marktplätzen fehlt es zudem oftmals ebenfalls an asphaltierten Straßen, an sanitären Einrichtungen und Überdachungen. Das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat hier gemeinsam mit der Regierung von Bangladesch und der Asiatischen Entwicklungsbank Projekte zur Verbesserung der Situation initiiert.
Das Informationsnetzwerk Lexas.net hält für Bangladeschs Verkehrsinfrastruktur folgende Daten bereit:
Schienen: 2768 Kilometer (Stand: 2005); Platz 62 der Lexas-Rangliste
Straßen: 239.226 Kilometer (Stand: 2003); Platz 20 der Lexas-Rangliste
Flughäfen: 16 (Stand: 2006); Platz 144 der Lexas-Rangliste
Mit Chittagong und Mongla besitzt Bangladesch zwei Seehäfen.
Infrastruktur Strom/Wärme/Wasser
Wasser — so könnte man glauben — hat Bangladesch genug; schließlich durchfließen viele Flüsse und Flussarme das Land. Dennoch ist die Wasserversorgung ein Problem. Um die Nutzung des Flusswassers für den täglichen Bedarf der Bevölkerung zu verringern, wurden Brunnen angelegt, mit denen das Grundwasser angezapft wird. Das Problem dabei wurde bereits im Menüpunkt „Geografisches“ auf dieser Seite angesprochen. Das Grundwasser ist oftmals stark arsenhaltig, sodass es mittelfristig die Gesundheit der Menschen teilweise extrem angreift. Mögliche Hilfe wurde beispielsweise durch den Schweizer Arsenexperten Michael Berg mit einheimischen Forschern in Vietnam entwickelt: Filter, die immerhin bis zu 80% des Arsens aus dem Wasser filtern können. Wie sieht es mit der Stromversorgung in Bangladesch aus? Das CIA Factbook nennt eine Stromversorgung von 21 Milliarden und 35 Millionen Kilowattstunden für das Jahr 2005 in Bangladesch. Die Stromproduktion der Schweiz betrug nach Angaben des Factbooks im selben Jahr rund 56 Milliarden Kilowattstunden. Um den Vergleich richtig einschätzen zu können, hier einmal die Einwohnerzahlen der beiden Staaten. Bangladesch hat ca. 133 Millionen und die Schweiz etwa siebeneinhalb Millionen Einwohner. Vor allem die ländlichen Regionen Bangladeschs werden wohl auf absehbare Zeit ohne zentrale Stromversorgung bleiben. Hier könnte jedoch eine dezentrale Stromproduktion Raum greifen, etwa mit kleinen Solar-Systemen; entsprechende Projekte werden durch Entwicklungsgelder finanziert und könnten eine Verbesserung der Stromversorgung in Bangladesch bringen.



