Flora… und Fauna

Landwirtschaft ist in Bangladesch noch immer einer der wichtigsten Wirtschaftszweige, weshalb größere Teile des Landes auch aus Plantagenfeldern bestehen; hier wird beispielsweise Tabak, Tee, Zuckerrohr oder Reis angebaut. Wild wachsende Waldregionen sind auf dem Rückzug, machen nur noch ca. 15 bis 20% des Landes aus und dennoch… es gibt es sie noch: die Regenwälder in den so genannten Hill Tracts nahe der Stadt Chittagong, der Madhupur-Wald oder die Mangrovenwälder in den Sundarbans. In diesen Regionen ahnt man, wie sehr die Natur einst in Bangladesch herrschte.

Die Tierwelt
Schaut man in die Regenwälder nahe Chittagong, so könnte man Hirsche, Bären, Leoparden, Rhesusaffen und Elefanten dort finden. Insgesamt etwa 750 Vogelarten, 250 Arten von Säugetieren sowie 150 verschiedene Reptilien und Amphibien sind in Bangladesch bekannt. Zu den Reptilien und Amphibien des Landes zählen etwa Krokodile, Pythons, Kobras. Zudem leben in den Gewässern von Bangladesch 200 Arten von Süßwasser- und Meeresfischen; Fischer auf der Jagd nach Hummern und Garnelen bringen oftmals einen großen Fang mit nach Hause, der einerseits für die einheimische Bevölkerung als Nahrung dient, andererseits auch zum Export genutzt wird. Das wahrscheinlich bekannteste Tier Bangladeschs gehört allerdings wiederum zu den Säugetieren: Die Rede ist vom Bengalischen Tiger, auch Indischer oder Königstiger genannt.

 

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Der Bengalische Tiger
Diese Tigerart lebt auf dem indischen Subkontinent; männliche Exemplare können es durchaus auf eine Länge von 3 Metern bringen, eine Vierteltonne schwer werden und eine Schulterhöhe von einem Meter erreichen. Rot-Goldenes Fell mit schwarzen Streifen ist Kennzeichen dieses Tigers, dessen Bauchbereich allerdings weiß gefärbt ist. Vereinzelt werden auch weiße bengalische Tiger gesichtet. Bengalische Tiger fressen etwa neun Kilo Fleisch pro Tag. In Bangladesch leben schätzungsweise 670 Exemplare der Raubkatze im geschützten Mangrovenwaldgebiet der Sundarbans. Das Verhältnis zwischen Mensch und Tiger ist auch in Bangladesch nicht ganz unbelastet. Einerseits gehen Menschen immer wieder auf Jagd nach dem Königstiger, dessen Fell begehrte Handelsware ist. Andererseits scheuen zwar die meisten der bengalischen Tiger die Menschen, einige Exemplare entwickeln sich aber auch zu Menschenfressern. Im Juni 2008 wurde etwa in der Aller-Zeitung.de von der Jagd auf einen Königstiger berichtet, der zuvor drei Bewohner eines Dorfes in Bangladesch getötet hatte. Dreitausend der Dorfbewohner spürten dem Tiger nach und erschlugen ihn.

 

Nationalvogel „Doel“
Er ist relativ klein, schwarz-weiß gefiedert und hält sich lieber in Bodennähe als hoch in der Luft auf, der Doel genannte Nationalvogel von Bangladesch. Normalerweise ein ruhiger Vogel, kann der kleine Kerl zur Brutzeit komplett anders werden; männliche Exemplare werden dann zu eifersüchtigen Wächtern über ihr Territorium, zu begeisterten Sängern, die auch andere Vogelrufe imitieren können.

 

Pflanzenwelt
Wie bereits erwähnt, ist ein großer Teil der Naturlandschaft in Bangladesch inzwischen kultiviert worden; angebaut werden im Land beispielsweise Zuckerohr, Tee, Weizen, Tabak, Jute und Hülsenfrüchte. In den Regen- und Mangrovenwäldern Bangladeschs gedeihen Blütenpflanzen wie Bromelien und Orchideen inmitten immergrüner Bäume. Laubbäume wie Akazien und Banyanbäume wachsen dagegen im Wald von Madhupur. Bekanntester Baum des Sundabarns Nationalpark ist der seltene Sundari-Baum.

 

Das Schutzgebiet in den Sundarbans
Die Sundarbans gelten als größter Mangrovenwald der Welt, umfassen etwa 6.000 Quadratkilometer auf dem Staatsgebiet Indiens und Bangladeschs und sind damit über doppelt so groß wie Luxemburg. Sie sind einerseits Teil des UNESCO Weltnaturerbes, andererseits hat man sie zum Nationalpark erklärt. Die Regenfälle des Monsuns sowie Überschwemmungen der Flüsse — insbesondere verursacht durch die Schneeschmelze am Himalaja — bedecken große Teile des Mangrovenwaldes mit Wasser, das von hier aus ins Meer abfließt. Die Sundarbans bestehen nicht allein aus Mangrovenwald, Bambus wächst in den weiter nördlich gelegenen Teilen des Gebietes. Die Mangrovenwälder, die durch das Wasser aus dem Binnenland und die Fluten des Meeres einem ständigen Wandel unterliegen, bieten nicht allein Tieren wie dem bengalischen Tiger, Affen, Schlagen, Wildschweinen und Hirschen ein Zuhause, sie besitzen auch eine Schutzfunktionen gegenüber den tropischen Wirbelstürmen, die oft die Küsten Bangladeschs erreichen. In den Sundarbans leben Menschen, die dem nicht unbedingt einladenden Klima hier trotzen. Einige von ihnen gehen bis auf den heutigen Tag in alter Tradition mit dressierten Ottern auf Fischfang.

 

Umweltprobleme
Bangladesch liegt in einer Region der Erde, die Probleme für menschliches Leben aufwirft, auch ohne, dass der Mensch etwas dazu tut. Überschwemmungen sind beispielsweise häufig in Bangladesch; mächtige Flüsse mit vielen Nebenarmen durchziehen das Land, das in größeren Teilen nur relativ wenige Meter über dem Meeresspiegel liegt. Die Hauptstadt Dhaka etwa erhebt sich beispielsweise nur sechs Meter über Normal Null. Auch Wirbelstürme treffen das Land immer wieder und sorgen bisweilen für Katastrophen. Ein ganz besonders heftiger, der das Leben von schätzungsweise 200.000 Menschen kostete, traf die Küste des damals noch zu Pakistan gehörenden Landes im Jahr 1970. Die unzureichende Hilfe, die Pakistans Regierung den Betroffenen zukommen ließ, war Mitauslöser für das Unabhängigkeitsstreben, aus dem sich der moderne Staat Bangladesch entwickelte. Die Überschwemmungen des Landes haben nicht nur Schattenseiten; sie sind wichtig für die Landwirtschaft, weil sie Ablagerungen bringen, die das Wachstum der Pflanzen günstig beeinflusst. Allerdings dürfen sie weder zu heftig ausfallen noch zu gering, weil Ersteres die Überschwemmungen zu etwas Zerstörerischem macht, Letzteres für ein Austrocknen der Felder und damit schlimmstenfalls für Hungersnöte sorgt.

 

Der Einfluss des Menschen
Die Natur schafft also auch ohne Einfluss des Menschen schwierige Lebensbedingungen für den Menschen. Der Mensch jedoch vermag die problematische Situation noch zu verschärfen und das gleich auf mehreren Wegen. Die Gefahr verheerender Fluten steigt für Bangladesch beispielsweise durch Klimawandel und den dadurch möglichen Anstieg des Meeresspiegels; für ein Land, in dem sich weite Regionen nicht sehr hoch über dem Meeresspiegel befinden, ist die dadurch gegebene Gefahr noch weitaus höher als für andere Länder. Ein anderes der Umweltprobleme Bangladeschs entsteht durch die dichte Besiedelung des Landes; dadurch wird immer mehr Wildland zu Acker- und Anbauland umgewandelt; die Mangrovenwälder, die auch Schutz vor den Wirbelstürmen bieten, werden kleiner, Teile des Waldes weichen beispielsweise Garnelenzuchten. Auch der Lebensraum der Tiere wie des Bengalischen Tigers wird weiter eingeschränkt; Mensch und Tier kommen sich näher, als es für beide gut ist.

 

Arsen im Boden
Genau weiß man bis heute nicht, woher es kommt; Fakt ist jedoch, dass Teile des Bodens in Bangladesch über normale Werte hinaus arsenhaltig sind. Das Arsen befindet sich meist nicht in derart hohen Dosen im Boden, dass Menschen sofort sterben, aber Viele leiden an einer langsamen Vergiftung ihres Körpers. Als Ursache in Betracht gezogen werden beispielsweise eine Überdüngung der Äcker, nicht erlaubte Entsorgungen durch die Schwermetall-Industrie oder das Freisetzen mit Arsen durchsetzten Gesteins aus tiefen Bodenschichten. Letzteres kann infolge von Brunnenbauprojekten geschehen sein, die Bangladesch mit sauberem Trinkwasser versorgen sollen. Vor dem Bau dieser Brunnen holten sich die Menschen oftmals Trinkwasser aus den zum Teil verunreinigten Flüssen, was oft genug beispielsweise zu Cholera führte. Die gebohrten Brunnen brachten der Bevölkerung zwar den Zugriff aufs Grundwasser, aber eben auf mit übermäßig viel Arsen belastetes Grundwasser.

 

Luft, mehr Luft… und Sauberkeit
Insbesondere in der Hauptstadt Dhaka ist das mit der sauberen Luft ein echtes Problem. Abgase und Feinstaub machen das Atmen oft genug nicht unbedingt zu einer wahren Freude. Untätig ist die Verwaltung der Stadt nicht geblieben. Mittlerweile fahren die motorisierten Rickschas und die Taxis beispielsweise mit Gas, was die Luftverschmutzung etwas mindert. Dennoch: Schaut man auf das Ranking der ungesündesten Metropolen der Welt, das vom Magazin Forbes und einem US-amerikanischen Beratungsunternehmen herausgegeben wurde, so liegt Dhaka auf Platz ZWEI hinter der Stadt Baku in Aserbaidschan. Gemessen mit einem Index, bei dem die Verhältnisse in New York den Wert 100 bildeten, erlangte Dhaka den Indexwert 29,6.

 

Staudämme
Fluten als Problem und Segen von Bangladesch haben wir ja bereits angesprochen; neben den Fluten kann aber auch Dürre in Bangladesch zum Problem werden. Eine Ursache dafür: der Farraka Staudamm in Indien nahe der Grenze von Bangladesch. Durch dieses Staudammprojekt hat die Wassermenge im Fluss Baral, der als ein Seitenarm zum Ganges gehört, vor allem während der Trockenzeit deutlich abgenommen. Hauptursache dafür ist, dass das meiste Wasser in der Trockenperiode vom Staudamm aus in den Fluss Hooghly umgeleitet wird, der nach Kalkutta fließt. Der Farraka Staudamm birgt also Konfliktstoff zwischen Bangladesch und seinem großen Nachbarn Indien. Seit 1996 regelt ein Vertrag zwischen beiden Ländern die Nutzung des Staudamms; endgültig gelöst sind die Probleme dadurch allerdings nicht. Für Bangladesch bedeutet der Farraka Staudamm zeitweise immer noch Dürre und Versalzung in Regionen des Landes. Betroffen ist auch ein Teil der Sundarbans, die wiederum auch als Puffer für Bangladesch dienen, um das Land gegen einen Teil der tropischen Wirbelstürme zu schützen. Diese Schutzfunktion leidet, wann immer die Sundarbans leiden.

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Wichtige Fakten über Bangladesch

  • Amtssprache:Bengalisch
  • Hauptstadt:Dhaka
  • Fläche:148'000 km2
  • Einwohnerzahl:Über 153 Mio (Stand Juli 2008)
  • Ethinc:98% Bengali, 2% Bihari
  • Währung:Taka
  • Wechselkurs:100 CHF = 6858.37 Bangl. Taka
  • Telefonvorwahl:+880
  • Schweizer Export:CHF 96.35 Mio
  • Schweizer Import:CHF 116.84 Mio
  • Sprache:Bengali, English